DRV-Pokalfinale: TSV hat “Wertvolles zu verteidigen”
Double oder Titelverteidigung? Diese Frage wird am Samstag ab 17 Uhr geklärt, wenn der alte und neue deutsche Rugby-Meister SC Frankfurt 1880 auf der heimischen Sportanlage an der Feldgerichtstraße im Endspiel um den DRV-Pokal Vorjahressieger TSV Handschuhsheim empfängt und bei seiner zweiten Finalteilnahme zum zweiten Mal den Cup holen will.
Das erste und einzige Mal gelang dies 2007 durch einen 18:13-Erfolg gegen die RG Heidelberg. Der TSV Handschuhsheim stand hingegen bereits drei Mal im Pokalfinale und gewann zwei Mal (2005, 2008) den Titel.
„Wir haben etwas Wertvolles zu verteidigen“, sagte TSV-Trainer Günther Sträßer. Und der 49-jährige Erfolgscoach muss es wissen, schließlich ist er ein Spezialist für Pokalsiege und hat den schweren „Pott“ schon drei Mal gewonnen – 1995 und 1997 mit der RG Heidelberg und 2008 mit dem TSV Handschuhsheim. Man darf Sträßer zutrauen, dass er sein Team auch auf dieses Pokalendspiel sorgfältig vorbereitet hat. Die Handschuhsheimer „Löwen“ haben die Bundesliga-Halbfinals um läppische zwei Punkte verfehlt, „weshalb wir vier Wochen Zeit hatten, uns auf dieses eine Spiel einzustellen. Ob das ein Vorteil ist, weil wir Kräfte schonen und Wehwehs ausheilen konnten, wird man sehen“, sagte Sträßer, der als Beobachter der Frankfurter Halbfinal- und Finalspiele der letzten beiden Wochen mit eigenen Augen gesehen hat, dass diese Mannschaft „voll im Saft steht“ und groß aufspielen kann – „wenn man sie lässt.“
Ganz klar: Der in Bestbesetzung antretende TSV Handschuhsheim, der den Frankfurtern im September 2008 mit 36:31 eine ihrer beiden Bundesliga-Niederlagen zufügte, im Rückspiel im Dezember mit 19:81 aber böse unter die Räder kam, kann nur gewinnen, wenn Sträßers Vorgaben umgesetzt werden: „Wir müssen das beste Spiel der Saison machen. Wir müssen aggressiv verteidigen und den Frankfurter Spielfluss stören. Wir müssen diszipliniert spielen, um Kupas Kicks zu vermeiden. Und wir müssen an den Gassen und Gedrängen unsere Stärken zur Geltung bringen.“
Gegner Frankfurt kann allerdings in Bestbesetzung antreten, und der Erfolgshunger der Mannschaft scheint ungestillt zu sein. Für etwas Unruhe könnte höchstens die Ankündigung von Manager Uli Byszio sorgen, die Anzahl der ausländischen Profis kommende Saison von 16 auf acht zu halbieren. Als einer der Abgäng scheint dabei überraschenderweise Russel Kupa festzustehen, der im Endspiel um die deutsche Meisterschaft beim 11:8-Erfolg gegen den Heidelberger RK alle Punkte für die Frankfurter erzielte, und sich mit dem Karlsruher SV über einen Wechsel einig sein soll, sofern die Badener den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. Auch Marcus Seuseu und Andrew Porter werden den Sportclub verlassen. Ob Trainer Lofty Stevens und sein Kapitän Aaron Satchwell in Frankfurt bleiben, ist laut Byszio noch offen.
Unterdessen haben die Achtziger ihrer Ankündigung, künftig vermehrt auf junge deutsche Akteure zu setzen, erste Taten folgen lassen und den talentierten U21-Nationalstürmer Rico Schomacker vom Zweitligisten RU Hohen Neuendorf geholt. Interesse besteht zudem an Timo Vollenkemper (Wiedenbrücker TV), der bei der diesjährigen U18-EM in Frankreich zu den auffälligsten Spielern gehörte.
Ebenfalls am Samstag wird ab 15 Uhr in Hannover-Herrenhausen, An der Graft 1, das Endspiel des deutschen Liga-Pokals ausgetragen. Hierbei kämpfen die Zweitligisten SG Odin Hannover/VfR Döhren und der SC Germania List um den Titel.
Christian Düncher - 29.05.09
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